DHL Global Connectedness Report 2026
Die Globalisierung bleibt trotz zunehmender geopolitischer Spannungen, steigender US‑Zölle und wachsender Unsicherheit über zukünftige Handelspolitiken auf einem historisch hohen Niveau. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des DHL Global Connectedness Report 2026, der gemeinsam von DHL und der Stern School of Business der New York University veröffentlicht wurde.
Der Bericht basiert auf der Analyse von mehr als 9 Millionen Datenpunkten, die weltweite Ströme in den Bereichen Handel, Kapital, Information und Mobilität von Menschen abbilden. Er stellt damit die bislang umfassendste und detaillierteste Untersuchung zur globalen Vernetzung und Globalisierung dar.
Europa ist die weltweit am stärksten vernetzte Region
Europa bestätigt erneut seine Position als global am stärksten vernetzter Wirtschaftsraum, vor Nordamerika sowie dem Nahen Osten und Nordafrika. Diese Führungsrolle beruht auf starken innerregionalen Verflechtungen und der großen globalen Reichweite der europäischen Volkswirtschaften, unterstützt durch hervorragende Ergebnisse vieler Länder in Bezug auf Tiefe und Breite der globalen Vernetzung.
Mehrere europäische Märkte tragen entscheidend zu dieser Position bei:
- Die Niederlande als zentrale globale Handelsdrehscheibe,
- das Vereinigte Königreich mit breit diversifizierten internationalen Beziehungen,
- Deutschland als tief integrierter wirtschaftlicher Eckpfeiler Europas.
Frankreich zeichnet sich durch seine Stärke bei Greenfield‑ und nachhaltigen Investitionen aus, Italien kombiniert erfolgreich europäische Integration mit globaler Präsenz, während Süd- und Osteuropa sowie die Türkei Europas Rolle als strategische Brücke zwischen Asien und dem Nahen Osten unterstreichen.
Globalisierung seit 2022 auf stabilem Rekordniveau
„Dass die Globalisierung ihre Stabilität beibehält, spricht sehr deutlich für ihren Wert“, erklärt John Pearson, CEO von DHL Express. „Von der Armutsbekämpfung bis zur Bewältigung des Klimawandels – die größten globalen Herausforderungen erfordern globales Denken und gemeinsames Handeln. Der DHL Global Connectedness Report zeigt klar, dass sich Länder und Unternehmen nicht hinter nationalen Grenzen abschotten. Das ist ein ermutigendes Signal.“
KI‑Boom und Zollanpassungen treiben den Welthandel 2025
Der globale Handel verzeichnete im Jahr 2025 das stärkste Wachstum seit 2017, abgesehen von der pandemiebedingten Volatilität. US‑Importeure zogen Lieferungen im Vorfeld angekündigter Zollerhöhungen vor. Auch wenn der US‑Import später zurückging, trugen steigende Exporte aus China in andere Märkte dazu bei, das weltweite Handelsvolumen stabil zu halten.
Besonders stark wuchs der Handel mit KI‑bezogenen Produkten, getrieben durch massive Investitionen von Unternehmen und Regierungen in KI‑Infrastruktur. Laut Daten der Welthandelsorganisation (WTO) entfielen 42 % des Warenhandelswachstums in den ersten drei Quartalen 2025 auf diese Produktkategorie.
Der Bericht misst die globale Vernetzung auf einer Skala von 0 % bis 100 %. Im Jahr 2025 lag der Wert bei 25 % und damit auf dem Rekordniveau von 2022.
Europa als zentraler Knotenpunkt der globalen Vernetzung
„Europa spielt eine zentrale und strategische Rolle im globalen Vernetzungsnetzwerk“, betont Mike Parra, CEO von DHL Express Europa. „Tiefe wirtschaftliche Integration und globale Reichweite ermöglichen es europäischen Unternehmen, wettbewerbsfähig, flexibel und widerstandsfähig zu bleiben – mit direktem Zugang zu globalen Wachstumschancen.“
Gleichzeitig zeigt das aktuelle Niveau der Globalisierung, dass die Welt noch nicht vollständig integriert ist. In vielen Bereichen besteht weiterhin erhebliches Potenzial zur Ausweitung internationaler Ströme – insbesondere bei einem Abbau politischer und regulatorischer Hürden.
Ausblick: Welthandel wächst weiter trotz höherer Zölle
Die jüngsten US‑Zollerhöhungen dürften das Wachstum des Welthandels im Jahr 2026 zwar verlangsamen, jedoch nicht zum Erliegen bringen. Bis 2029 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Warenhandels von 2,6 % erwartet – im Einklang mit den Trends der letzten Dekade.
Ein wesentlicher Grund: Der Großteil des globalen Handels findet ohne Beteiligung der USA statt. 2025 entfielen nur 13 % der weltweiten Importe auf die USA, während lediglich 9 % der Exporte aus den USA stammten. Zudem schließen viele Länder aktiv neue Handelsabkommen, um alternative Märkte zu erschließen.
USA–China‑Beziehungen betreffen nur einen kleinen Teil der Weltwirtschaft
Obwohl sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und China weiter abschwächen, machen sie nur einen kleinen Anteil der weltweiten Handelsströme aus. Ihr Anteil am Welthandel sank von 3,6 % (2015) auf 2,0 % in den ersten drei Quartalen 2025. Bei den globalen Direktinvestitionen lag ihr Anteil sogar unter 1 %.
Keine Spaltung in rivalisierende Wirtschaftsblöcke
Trotz geopolitischer Spannungen findet der Bericht keine Anzeichen für eine globale Blockbildung. In den letzten zehn Jahren wurden lediglich 4–6 % der Handels‑ und Investitionsströme von geopolitischen Rivalen umgelenkt – vor allem in Länder mit neutraleren Positionen wie Indien und Vietnam.
„Trotz hitziger Debatten zeigt sich eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der globalen Wirtschaftsströme“, erklärt Prof. Steven A. Altman, Leiter der DHL Globalization Initiative an der NYU Stern.
Handel und Investitionen erreichen Rekorddistanzen
Anstatt einer beschleunigten Regionalisierung verteilte sich der Welthandel 2025 über so große Distanzen wie nie zuvor. Die durchschnittliche Transportentfernung von gehandelten Waren betrug 5.010 Kilometer, während Greenfield‑Investitionen im Schnitt 6.250 Kilometer zurücklegten – ebenfalls ein Rekord.
Über den DHL Global Connectedness Report
Seit 2011 liefert der DHL Global Connectedness Report fundierte und verlässliche Einblicke in den Stand der Globalisierung. Die Ausgabe 2026 analysiert 180 Länder, die 99,6 % des globalen BIP und 99 % der Weltbevölkerung repräsentieren. Der Bericht wurde von DHL in Auftrag gegeben und von Prof. Steven A. Altman und Caroline R. Bastian von der NYU Stern School of Business verfasst.
Quelle: DHL Express Macedonia